Die „Mese“ – Haupt- & Prachtstraße einer Metropole / mit Studionkloster

Die Hauptstraße Konstantinopels, die „Mese“, begann beim „Goldenen Tor“ an der Landmauer des Theodosius und führte über die Foren des Arkadius, Theodosius und Konstantin zur Hagia Sophia, der Hauptkirche des Römischen Reiches. Sie war eine mit Arkadengängen ausgeschmückte, breite Straße und wurde bei Triumphzügen und Prozessionen gerne genutzt. Ihr damaliger Verlauf kommt dem der heutigen Straße sehr nahe.

Seit der Plünderung des christlichen Konstantinopel durch die Heere des vierten Kreuzzuges 1204, verfiel die prunkvolle Straße immer mehr. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden die Arkaden als Steinbruch für den dringlichen Erhalt der Stadtbefestigung genutzt. Besucher der Hauptstadt konnten schlussfolgernd bis Anbeginn des 12. Jahrhunderts noch den Glanz damaliger, römischer Straßenbaukunst bewundern, wie es diese in Westeuropa mit dem Untergang des westlichen Reichsteils 476 n. Chr. nicht mehr gab.

 

Nahe der „Mese“, im Bereich des „Goldenen Tores“, befand sich das Studionkloster, welches durch einen Großbrand zur Ruine wurde. Gegründet wurde es um ca. 454 n. Chr. von Konsul Studios und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Klöster im Römisch / Byzantinischen Reich. Wie so viele andere Bauten der Hauptstadt, so wurde auch die Klosteranlage bei der Plünderung durch die Kreuzfahrer 1204 zerstört. Nach dem es die Römer wieder aufbauten, wurde es noch bis 1555 von Mönchen verwaltet, ehe die Osmanen daraus eine Moschee machten.

 

Geschichte:

 

Getreide aus Anatolien und Ägypten, Reis des Donaudeltas, Wein von den Hängen des Olymp oder Seide aus China. Schwer beladene Gespanne bringen zahlreiche Güter aus allen Herrgotts Ländern der bekannten Welt herbei, um sie auf den Märkten der Stadt anzubieten. Unaufhörlich wanken die Zugtiere über die Hauptstraße zwischen der Menschenmenge dahin, angetrieben von der Peitsche des Aufsehers, die auf und nieder zuckt. Die Kette der herbeigebrachten Güter reißt nicht ab. So geht es endlos über die mit Arkadengängen ausgeschmückte Straße, welche sich meilenweit dahin zieht. Und deren enorme Pfeiler, verziert mit dem prächtigsten sowie auserlesensten Marmor und Porphyr der Steinbrüche Ägyptens, künden von der Größe römischer Architektur.

Die Stadttore nun hinter sich gelassen, bahnt sich unsere Karawane ihren Weg durch das dichte Gedränge des Alltags.

 

Die „Mese“ - Haupt- & Prachtstraße einer Metropole /  mit Studionkloster

Die „Mese“ - Haupt- & Prachtstraße einer Metropole /  mit Studionkloster

Die „Mese“ - Haupt- & Prachtstraße einer Metropole /  mit Studionkloster

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